Brennstoff für einen Kamin oder Kaminofen
Geschrieben von BigBo on Oktober 20th, 2008 in Kamin Glossar, Kamine allg..
Als Brennstoff für Kamine oder Kaminöfen darf nur geeignetes Brennmaterial verwendet werden. In erster Linie gelten hierbei für Sie die Angaben aus der Betriebsanleitung ihrer neuen Feuerstätte.
Ein Kaminofen trägt im Amtsdeutsch die Bezeichnung: Feuerstätte für Festbrennstoffe. Damit haben Sie auch schon ihre generelle Marschrichtung. In der Regel eignet sich nur feste Brennstoffe wie naturbelassenes Holz, Holzbriketts und Braunkohlenbriketts zur Verfeuerung. Dabei haben schwere und harte Holzsorten wie z.B. Eiche, Buche und Esche einen höheren Brennwert, als leichtere Sorten wie beispielsweise Tanne.
Der Wassergehalt des Brennholzes muss zwischen 15-20 % betragen. Ein kleiner Tipp zur Prüfung: Nehmen Sie ein Holzstück und tragen Sie auf dem einen Ende ein wenig Spülmittel auf. Pusten Sie dann auf der gegenüberliegenden Seite des Holzes hinein. Wenn sich nun Bläschen im Spülmittel bilden, ist das Holz trocken genug zu verfeuern.
Trockenes Holz ist sehr wichtig für die Verfeuerung. Feuchtes Holz ist nämlich einer der häufigsten Ursachen für übermäßige Rauchbildung.
Es ist auch durchaus möglich Abfallholz beispielsweise aus der Holzindustrie zu benutzen. Achten Sie nur darauf das das Holz nicht imprägniert oder gebleicht ist, damit sich beim Abbrennvorgang keine schädlichen Gase entwickeln können. Bei Einhaltung dieser einfachen Regel ist ofentrockenes Abfallholz ein günstiger Brennstoff.
Anders verhält es sich mit Treibholz. Während Sie früher bedenkenlos Treibholz in einem offenen Kamin verfeuern konnten, wird heute davon abgeraten.
Bei der Verbrennung von Treibholz entstehen Stoffe die Metalle angreifen und durch Rost oder Eisenfraß beschädigen können. Da mittlerweile im Kamin- und Schornsteinbau Metall oder Metallkonstruktionen regelmäßig zum Einsatz kommen (beispielsweise als Heizeinsatz beim Kamin oder Regenabweiser beim Schornstein) wird von der Verwendung von Treibholz als Brennstoff abgeraten.
Aus dem gleichen Grund ist Treibholz speziell für die Verbrennung in einem Kaminofen gänzlich ungeeignet, ansonsten kann es bei der regelmäßigen Verwendung zu den obengenannten Beeinträchtigungen kommen.
Generell handelt es sich bei ihrem Kamin oder Kaminofen nicht um Ihre kleine private Müllverbrennungsanlage. Neben der Gefahr für sich selbst und Ihre Nachbarschaft, durch die Entstehung von giftigen Gasen, führt ein solches Verhalten auch zu einer erheblichen Umweltbelastung. Bei Klagen aus der Nachbarschaft drohen mitunter Geldbußen von behördlicher Seite.
Tabu sind zum Beispiel alle Arten von behandeltem Holz, egal ob lackiert, imprägniert, gebeizt, geölt, gestrichen oder anderweitig behandelt. Auch sonstige Abfälle insbesondere Plastik und Kunststoffe sind verboten. Gleiche gilt für Pappen und Altpapier in großen Mengen.
Neben den bereits genannten Nachteilen bei der Verbrennung von anderen Brennstoffen außer naturbehandeltes Holz kommt ein wesentlicher Aspekt noch hinzu. All diese Materialien haben im Vergleich zu gutem Brennholz einen lächerlichen Brennwert.