Archive for November, 2008

Kaminofen in einem Niedrigenergiehaus

Written by BigBo on Freitag, November 21st, 2008 in Kamine allg., Kaminöfen.

Ein Kaminofen lässt sich heutzutage wunderbar auch in einem Niedrigenergiehaus (Passivhaus) einsetzen. Wichtig ist nur das der gewünschte Kaminofen die Bauartzulassung als „raumluftunabhängige Feuerstätte“ des deutschen Instituts für Bautechnik besitzt.

Häufig verwenden Kaminhersteller die Bezeichnungen: „externe Luftzufuhr“ oder „externe Verbrennungsluftzufuhr“, diese Kaminöfen müssen aber nicht zwangsläufig für die Verwendung in Passivhäusern zugelassen sein.

Nur Kaminöfen die der DIN als “raumluftunabhängige Feuerstätte“ entsprechen, sind für den Betrieb in einem Niedrigenergiehaus ausgelegt. Der Grund liegt in den modernen Lüftungsanlagen die Passivhäuser besitzen.

In Niedrigenergiehäuser herrscht ein empfindliches Zusammenspiel zwischen Be- und Entlüftung der Innenräume. Eine Feuerstelle entzieht ihre Verbrennungsluft in der Regel der Raumluft. Diese Luft versorgt die Brennkammer und gelangt dann als Abgase oder Rauchgase über den Schornstein bzw. Kamin ins Freie.

In einem Niedrigenergiehaus ist eine ausreichende Belüftung der Räume nicht gegeben. Dadurch kann sich ein Unterdruck bilden, durch den sich die Strömungsrichtung im Schornstein bzw. Kamin umkehrt. Als Folge treten giftige Abgase über den Brennraum in den Wohnraum aus, mit erheblichen Gefahren für Leib und Leben der Bewohner.

Bei einem Kaminofen mit entsprechender DIN-Spezifikation für ein Passivhaus, verfügt der Ofen über eine externe Verbrennungsluftzufuhr. Über diese Leitung wird dem Brennraum direkt Luft aus dem Freien zugeführt. Die Verbrennungsluft wird also nicht der Raumluft entnommen. Dafür sorgt auch ein Brennraum der hermetisch dicht ist, damit nicht auch wirklich keine Raumluft der Verbrennung zur Verfügung steht.

Aufgrund dieser relativ hohen Anforderungen ist auch nicht jeder Kaminofen mit externer Verbrennungsluftzufuhr für den Einsatz in einem Niedrigenergiehaus geeignet. Im Zweifelsfall fragen Sie explizit nach der Zulassung nach DIN oder lassen sich diese am besten zeigen.

Kaminofen und Schornstein

Written by BigBo on Freitag, November 14th, 2008 in Kaminofen Glossar, Kaminöfen, Schornstein bzw. Kamin.

Das praktische an Kaminöfen ist, das man sie sich auch noch nachträglich in die eigenen vier Wände holen kann. Dabei ist es im Grunde genommen egal, ob die Wahl auf einen Kaminbausatz aus dem Katalog oder einen herkömmlichen Schwedenofen (häufig verwendete Bezeichnung für einen Kaminofen) fällt.

Kaminofen kaufen, selber aufstellen oder von Fachleuten aufbauen lassen - ganz wie gewünscht. Die Ofenrohre für den Rauchabzug einfach an den vorhandenen Schornstein (in einigen Teilen Deutschlands auch Kamin genannt) anschließen - Fertig.

Was aber, wenn der Schornstein bereits genutzt wird?

Eine häufige Frage die uns in der Praxis begegnet ist die, ob es möglich ist einen Kaminofen an einem Schornstein anzuschließen, an dem bereits eine andere Heizung angeschlossen ist?

Grundsätzlich gilt: Bei einer Ölheizung ja, bei einer Gasheizung nein.

Aber generell muss diese Frage in jedem individuellen Fall, Ihr Bezirksschornsteinfegermeister bzw. Bezirkskaminkehrermeister entscheiden. Auch bei einer Ölheizung gilt es bestimmte Bauvorschriften zu beachten, wenn man mit dem Kaminofen den selben Schornstein benützen möchte.

Zwischen beiden Ofenrohranschlüssen muss ein Höhenunterschied von mindestens 25 cm bestehen. Unter Einhaltung dieser Vorschrift ist es auch möglich zwei Kaminöfen an einen Schornstein anzuschließen. Auch bei zwei Kaminöfen gilt es allerdings den Höhenunterschied von 25 cm zu beachten, der unbedingt einzuhalten ist.

Wird der Schornstein allerdings bereits von der Gasheizung genutzt, ist es untersagt auch einen Kaminofen an den selben Schornstein anzuschließen. Die Gründe dafür liegen zum Teil in den höheren Abgastemperaturen begründet, die bei einer Gasheizung erreicht werden.

Dadurch könnten sich die Rauchgase des Kaminofens eventuell nochmals entzünden.

Keine nette Begrüßung für den Weihnachtsmann, wenn ihm eine Stichflamme aus dem Kamin entgegen schießt…

Im Zweifelsfall gilt sowieso das Wort des Bezirksschornsteinkehrermeisters bzw. Bezirkskaminkehrermeisters, darum sollten Sie solche Fragen auch vor dem Kauf eines Kaminofens gemeinsam mit ihm klären.

Kaminöfen Begriffserklärung - Schamott

Written by BigBo on Montag, November 10th, 2008 in Kamin Glossar, Kaminofen Glossar.

Ein Kaminofen ist die ideale Lösung für all die Menschen, die auf der Suche nach einem preiswerten und schnell zu realisierenden Feuererlebnis für zu Hause sind. Neben Kamineinsätzen sind sie einer der effektivsten Verfeuerungsanlagen im Kamin- und Ofenbereich.

Einen großen Beitrag an dieser Effizienz haben die Materialien, die beim Bau von modernen Kaminen verwendet werden. Dabei hat sich eigentlich grundsätzlich nicht viel an den Materialien die seit Jahrhunderten zum Ofenbau verwendet werden geändert.

Meistens aus Gusseisen oder Stahlblech gefertigt, besitzt der Kaminofen heutzutage häufig auch eine Glasscheiben für die freie Sicht in den Brennraum. Verkleidet werden Kaminöfen in der Regel immer mit einem Material mit hoher Wärmespeicherkapazität. Dazu eignen sich reine Naturprodukte wie Granit, Marmor, Speckstein und sonstige Natursteine mit guten Speichereigenschaften.

Im Feuerraum kommt zudem häufig auch Schamott (oder auch Schamotte genannt) zum Einsatz.

Da wir nun häufig gefragt werden was den Schamott eigentlich ist, widmen wir uns in diesem Beitrag der Erklärung des Baustoffes Schamott. Es gibt neben den bereits oben genannten Natursteinen noch weitere feuerfeste Baustoffe. Häufig verwendet man im allgemeinen Sprachgebrauch Schamott für die verschiedensten Verkleidungen und Ausmauerungen aus feuerfestem Stein.

Leider ist das nicht richtig. In der allgemein gültigen Fachsprache bezeichnet Schamott ein künstlich hergestelltes Material (Halbfabrikat) das einen Aluminiumoxidanteil von 10 - 45 Prozent besitzt.
Dieses Material wird für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetzt, unter anderem auch im Hochofenbau, und besitzt neben dem gesteinähnlichen Aussehen auch noch eine hervorragende Feuerfestigkeit.

Hergestellt wird es aus Schamotte und Ton. Dazu wird der Ton getrocknet und maximal gebrannt, um dann anschließend zerkleinert und mit der Schamottekörnung vermischt und gebunden zu werden. Je nach Mahlgrad erhält man dann Fein-, Mittel-, oder Grobkorn Schamott.

Im Ofenbau ist es die primäre Aufgabe von Schamottesteinen die Wärme zu speichern und zudem den Ofenkorpus vor direkter Flammeneinwirkung zu schützen. Lassen Sie sich vor dem Kauf eines Kaminofens oder Kamineinsatzes vom Händler ausführlich über die verwendeten Materialien bei Ihrem Wunschobjekt aufklären. Damit Sie lange Ihre Freude an Ihrer eigenen Feuerstelle haben.

Kaminbausatz - Darf man selbst einen Kaminofen aufstellen?

Written by BigBo on Dienstag, November 4th, 2008 in Kaminbausätze, Kamine allg..

Kaminbausatz oder Kaminofen immer kommt es bei den Kunden zu der selben Frage:

Darf man einen Kaminofen selber aufstellen oder nicht?

Grundsätzlich gilt: Ja, man darf seinen Kaminofen selber aufstellen.

Wichtig ist nur: Bevor Sie den Ofen anschließen - oder besser noch - bevor Sie sich einen Kaminofen anschaffen, ziehen Sie Ihren zuständigen Bezirksschornsteinfeger/Bezirkskaminkehrmeister zu Rate.

Einige Hinweise gilt es aber dennoch dringend bei der Montage zu beachten. Alle Teile untereinander sowie am Ofen selber müssen fest und dicht miteinander verbunden werden. Das gilt insbesondere für alle Rohrverbindungsstücke. Zudem sollten keine Rohrelemente in den freien Schornsteinquerschnitt hineinragen.

Die Rohrverbindung zwischen Kaminofen und Schornstein soll immer den gleichen Querschnitt haben wie der Rohrstutzen am Ofen selber.

Verwenden Sie waagerechte Verbindungen, bei den das Ofenrohr über 50 cm lang ist, dann sollte das Rohr zum Schornstein hin um mindestens 10 Grad ansteigen.

Bei Ofenrohren die nicht isoliert sind oder Rohrverbindungen die senkrecht geführt sind, sollten Sie darauf achten das sie nicht länger als einen Meter sind.

Achten Sie darauf das alle Verbindungsstücke zu Kaminöfen einen Mindestabstand von 40 cm zu allen brennbaren Materialien haben. Das gilt auch für die abgehenden Rohre.

Möchten Sie eine geringeren Mindestabstand erreichen, dann müssen alle Verbindungsstücke ummantelt sein. Dazu werden die Rohrstücke mit einer 2 cm dicken Schicht aus unbrennbaren Dämmstoffen isoliert. Bei solchen Rohren genügt dann bereits schon ein Mindestabstand von 10 cm zu brennbaren Baustoffen.

Und ansonsten gilt die Devise beim Kaminbausatz: Anleitung durchlesen und den Hinweisen des Herstellers folgen. Bei Fragen können Sie sich auch an den Verkäufer wenden.